Jede Menge Raum für Fantasie Erstmals wurde bei einer Konditoren WM die große Öffentlichkeit einbezogen Die Fertigstellung des Karamellschaustücks und die Gesamtpräsentation fand vor großer Öffentlichkeit in der Feinschmeckerabteilung des KaDeWe auf der 6. Etage statt. In der mit 7.000 qm und 33 Spezialitätenständen größten "Gourmetmeile" Europas nahm Berlins amtierender Bürgermeister Klaus Wowereit gemeinsam mit dem Präsidenten der UIPCG, Günther Koerffer und der Vorsitzenden der Jury, Sabine Baumgarten im überfüllten Lichthof der Feinschmeckeretage mit der ihm eigenen, souveränen Art die Siegerehrung. Großes sei hier geleistet worden, das habe ihm der Rundgang um die sieben Präsentationsbuffets mit Heimbs-Geschäftsführer Klaus Rödel, Günther Koerffer und Sabine Baumgarten gezeigt: "Hier handelt es sich nicht nur um profane Konditorenkunst, sondern um perfekten Skulpturen aus Schokolade und Zucker die zum Teil nahe an landesspezifischer Mythologien und weit weg jeder Massenproduktion sind". Wowereit zeigte sich angetan von der Professionalität jedes Einzelnen und war beeindruckt, in welch hohem Maße die Konditoren und Pâtissiers ihre selbst gewählten Themen umzusetzen wussten. In welcher Weise sie sich inhaltlich mit der Fiktion "Kräuter", "Flügelschlag des Drachens" oder "Natur" auseinander gesetzt haben und verknüpfte mit der Überreichung der Urkunden und Medaillen die Hoffnung, dass sie auch im weiteren Berufsleben so innovativ weitermachen würden. Handwerk sein wichtig – und bei der "Cremé de la Créme im wahrsten Sinne des Wortes in den besten Händen". Es koste den Verbraucher nur wenige Cent mehr für eine höhere Qualität. Beweise persönlicher Leistungsfähigkeit "Bester" kann nur einer werden. Der begabte junge Konditor aus Noordwijk verstand es am besten, Kunstfertigkeit
mit Handwerklichkeit zu verbinden und seine Arbeiten unter ein stimmiges
Motto zu stellen. Es war für die Ehrengäste und den zahlreich
erschienenen Kunden des KaDeWe ein faszinierender Spaziergang durch das
süße Wunder Konditorei-Pâtisserie-Confiserie und für
das gesamte Konditorenhandwerk eine große Chance sich einer interessierten Öffentlichkeit
darzustellen, die aufgrund des großen Engagements von Heimbs, der
Landesinnung und des BBZ Berlin sowie der UIPCG vortrefflich genutzt
wurde. Was hier vor den Augen begeisterter Besucher geboten wurde, war
ein Feuerwerk an Ideen und konditorlicher Leidenschaften - von Akkorden
Schweizer Kulinarik, japanischer Üppigkeit bis hin zu filigraner
und eleganter Gestaltung der Skulpturen des deutschen und niederländischen
Zuckerkünstlers. Man spürte: Dieses Publikum war in der feinen
Konditorei und Pâtisserie zu Hause, war ein Teil des Ganzen geworden
und mittendrin der Welt besten Konditoren. Die in Sachen Sinnlichkeit
höchst kundigen Besucher nahmen die konditorlichen Bühnenbilder
der sieben Teilnehmer auf der Feinschmeckeretage des KaDeWe mit großem
Interesse und überaus dankbar an. "Nur so, sollte Konditorei
in der Zukunft verkauft werden", erklärte der Schweizer Jurymitglied
Werner Rüegsegger. "Dieser hochwertige Wettbewerb passte hervorragend
zum Anspruch der Feinschmecker-Etage. So soll es sein. Alle haben davon
profitiert", sagte auch Norbert Könnecke, Geschäftsführer
KaDeWE Feinschmeckeretage. Der 22-jährige aus den Niederlanden siegte vor Fabian Rimann (Schweiz) und Florian Löwer (Deutschland) Ronald van Haarlem aus Noordwijk aus den Niederlanden heißt der neue Weltmeister der Konditoren. Der mit 22 Jahren jüngste Teilnehmer des von der Heimbs Kaffee GmbH & Co. KG aus Braunschweig gesponserten Wettbewerbs, konnte sich im Wettstreit um den Titel "Weltmeister der Konditoren 2006" deutlich vor seinen Kollegen Fabian Rimann (Schweiz) und Florian Löwer (Deutschland) behaupten. Der von der Union Internationale de la Patisserie-Confiserie Glacerie (UIPCG) vergebene Weltmeistertitel ist der einzige offizielle Titel dieser Art und wurde im Berufsbildungszentrum zur Förderung des Konditorenhandwerks in Berlin ausgetragen.
Créme de la Créme war Gast im BBZ Berlin Der Großteil der Arbeiten der WM-Teilnehmer entstanden in den
hoch modernen Räumen des Berufsbildungszentrum zur Förderung
des Konditorenhandwerks Berlin (BBZ) in der Weinheimer Straße in
Wilmersdorf - Meisterschule für Konditoren, Schulungsstätte
für Fachverkäuferinnen sowie Seminareinrichtung zur Aus- und
Weiterbildung im Handwerk. Im Jahre 2005 erhielt das BBZ den Titel "Kompetenzzentrum
für das Deutsche Konditorenhandwerk". Hier wurden Räumlichkeiten,
Geräte, Maschinen und Materialien zur Verfügung gestellt, die
den spezifischen Ansprüchen - auch den Worten der Teilnehmer zufolge
- voll gerecht wurden. Auch der sensible Transport der Schokoladenschaustücke
an ihre Präsentationsplätze im KaDeWe wurde von den Fachkräften
des BBZ - Herbert Huvers, Frank Pohl, Wilfried Sobotta - organisiert
und (fast) ohne Bruch durchgeführt. Die Arbeiten von Peter Finne
und Naomi Mizuno hatten zwar leichte Schäden zu verzeichnen, die
aber "schadlos" wieder behoben werden konnten. Lediglich das
Schaustück von Veli-Matti Ahvenharju ging zu Bruch, was für
die Bewertung keine Rolle mehr spielte, da es zuvor schon von der Jury
benotet wurde. BBZ-Geschäftsführer Peter Schmitz war stolz,
dass die Kandidaten in seinem Haus arbeiten durften: "Als moderne
Meisterschule für Konditoren sind wir natürlich optimal ausgerüstet,
um auch für die Créme de la Créme ideale Arbeitsbedingungen
zu gewährleisten. Wir verstehen es als großes Kompliment an
unsere Fachkompetenz das unsere Einrichtung ausgewählt wurde".
Dabei begann alles unter eher unerfreulichen Bedingungen: Miroslaw Pelczar,
der Teilnehmer aus Polen, hatte nach dem ersten Tag seine Koffer gepackte
und fuhr nach Hause. Was war passiert? Das Wort von ungleichen Bedingungen
machte die Runde. "Kann eigentlich nicht sein", so Juryvorsitzende
Sabine Baumgarten, "alle haben die gleichen Arbeitsbedingungen,
jedem der acht Teilnehmer standen auf zwei Etagen je vier gleich große
Arbeitsplätze mit gleicher Grundausstattung zur Verfügung.
Relevante Zufälligkeiten wie Arbeitsplatz in der Backstube, Präsentationszeit
der Eisbombe oder Arbeitszeit im KaDeWe, wo in zwei Gruppen gearbeitet
wurde, wurden durch Los entschieden". Wahrscheinlich war es der
Bruch seines Schokoladenschaustücks am zweiten Tag welches seinen
Coach bewog abzubrechen. Miroslaw indessen wollte unbedingt weitermachen.
KoCa fragte nach beim Generalsekretär der UIPCG, Robert Widmann,
der als Repräsentant des Ausrichters alle fünf Tage vor Ort
war. Auch er konnte es sich nicht erklären und machte seine Aussage
darüber von einem fest zugesagten Gespräch mit Marek Bargiel,
polnisches Jurymitglied und gleichzeitig Chef des Kandidaten, am gleichen
Tag abhängig. "Es kam nicht zustande, weil er es vorzog vorher
abzureisen und so sind wir auf eine schriftliche Stellungsnahme aus Polen
angewiesen", bedauerte Widmann. Schade, denn es hätte mit acht
Kandidaten einen noch spannenderen Wettbewerb werden können - der
insgesamt auf einem hohen Leistungsniveau stand und in einem kollegialen,
freundschaftlichen und fairen Rahmen ablief. Die Kandidaten nutzten die
Gunst der 24 Stunden, die ihnen, verteilt auf vier Tagen, insgesamt für
ihre Aufgaben zur Verfügung standen. Neben den hoch diffizilen,
aber sauber ausgeführten Dekorationsmotiven aus Kuvertüre,
Cremes oder Karamell, setzten sie sich auch "inhaltlich" mit
den jeweiligen Themen auseinander. Es begann ein Spiel mit raffinierten
Zubereitungstechniken und Details, bei deren Schwierigkeitsgrad oftmals
und offensichtlich die Zeitplanung zur persönlichen Philosophie
wurde. Dass letztlich alle einigermaßen im Zeitlimit blieben, war
auch der kompetenten Unterstützung der zugeteilten "BBZ-Paten" zu
danken - auch wenn das eine oder andere Element das im "Drehbuch" stand,
dabei auf der Strecke bleiben und improvisiert werden musste. Es waren
auch die aus dem Fundus des BBZ für jeden Teilnehmer zugelosten "Paten",
die mit hilfsreichen Händen für einen reibungslosen Ablauf
sorgten, weil sie klaglos Dienste"für ihre "Maîtres" übernahmen "An
Kreativität hat es den Teilnehmern gewiss nicht gefehlt, manche
haben sich mit ihren Schaustücken vielleicht im Schwierigkeitsgrad
etwas zu viel zugemutet, so dass das Zeitfenster für "ie immer
kleiner wurde", urteilte das Schweizer Jurymitglied Werner Rüegsegger
im Gespräch mit KoCa: "Der Geschmack wurde bei den Bewertungen
sehr hoch gewichtet, denn die Produkte sollen nicht nur optisch attraktiv,
sondern vor allem hervorragend schmec"en und verkaufsfähig
sein". Der spätere Weltmeister, aber auch Fabian Rimann und
Florian Löwer punkteten sowohl mit ihren Pralinen als auch mit den
Petite Fours und bewiesen auch bei der Eisspeise ein geschicktes Händchen
für passende Aromen. Bis zum Ende des dritten Tages, die alle unter
formalem Ausschluss der Öffentlichkeit stattfanden, zeichnete sich
für Insider ein vierköpfiger Favoritenkreis ab. In einem relativ
ausgeglichenen Teilnehmerfeld setzte sich schlussendlich der niederländische
deutlich vor dem Schweizer und dem deutschen Kandidaten durch. Letzterer äußerst
knapp (2 Punkte) vor Naomi Mizuno aus Japan, dem die Enttäuschung
ins Gesicht geschrieben war, als er im KaDeWE mit der Bewertung konfrontiert
wurde. Nicht wenige der "Betrachter" seiner überaus eindrucksvollen
Arbeiten hatten ihn als Sieger auf ihrem Wettschein. Geschmack und Ausführung
der Pralinen waren es, die ihn um eine besseren Platzierung brachten.
Noch ein Novum: Erstmals war seit einem Jahrzehnt keine weibliche Kandidatin
unter den Teilnehmern. Teilnehmer- Porträts: 1. Platz: Ronald van Haarlem/Niederlande (Helferin: Saskia Cornehls) 2. Platz: Fabian Rimann/Schweiz (Helferin: Norma Paeritz) 3. Platz: Fabian Löwer/Deutschland (Helfer: Andreas Paetz) 4. Platz: Naomi Mizuno/Japan (Helfer: Martin Förster) 5. Platz: Magnus Haard/Schweden (Helfer: Jan Ketel) 6. Platz: Peter Finne/Dänemark (Helferin: Katharina Krafft) 7. Platz: Veli-Matti Ahvenharju/Finnland (Helfer: Alexander Hellpape) Miroslaw Pelczar/Polen (Helfer: Piotr Mazur) Sponsoren: Aufgaben: 1. Aufsatztorte aus fünf Etage, die in ihrer Form beliebig sein
kann
Bewertungskriterien: 1. Die optische Ausführung
Jury Die Jurymitglieder
Alle Texte von Heinz Feller
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